Rot Weiss Blau zum Welttag des Buches

Wie exorziert man Lesen? Durch Schreiben!
Klausbernd Vollmar


„.. wenn ich lese, lerne ich, mit meiner Einsamkeit umzugehen.“
Jan Kjærstad (Der Eroberer, S. 534)

Die Buchfeen, soeben anmutig mit einem Transparent „Ehre dem Buch“, auf blauer Seide gelb gestickt, im kleinen Dorf am Meer die Küstenstraße auf und ab geflattert,
nehmen gerade ein wärmendes BB&B* vorm gemütlichen Kamin in Rhu Sila.

(*BB&B = Buchfeen-Bücher-Bad)

11 thoughts

  1. Ja, ich las “Und Nietzsche weinte” und Dina auch. Wir beide waren begeistert, übrigens auch vom Film.
    Eine der spannendsten Personen des Fin de siécle war Lou Andreas-Salomé, die Muse vieler Deutscher Genies, die Breuer bittet, Nietzsche zu behandeln. Lou Andreas-Salomé war mit Nietzsche eng befreundet, bis er sich mit ihr verfeindete. Die Behandlung des Philosophen durch Breuer ist jedoch fiktiv. Sie wird von Yalom als literarisches Mittel genutzt, die “Redekur” Freuds und die Philosophie Nietzsches anschaulich zu beschreiben, mit dem Clou, dass Breuer als Analytiker Nietzsche nur helfen kann, wenn er eine Rollenverkehrung zulässt, nämlich dass dieser ihm hilft. Das Buch ist leicht lesbar, ohne oberflächlich zu sein. Es zeugt von großer Sachkenntnis (Yalom ist praktizierender Psychoanalytiker) und Selbstironisierung. Ich kann es dir sehr empfehlen wie auch Yaloms “Die Schopenhauer Kur”, sehr toll “Die rote Couch” und auch voller erzählerischen Witz “Was Hemingway von Freud hätte lernen können”.
    Liebe Grüße von Cley next the sea
    Klausbernd und Dina, die gerade im anderen Zimmer blogged

    Like

  2. Hehe, der Exorzist. Ich hab Spaß an dem Zitat. Es erhellt meine stille Nacht ganz in der Nähe von Market Rasen.
    Zum “Frühstück” gibts Humber Bridge (I’m kidding :-))
    Liebgrüß Euch beiden vieren in die Badewanne, zum Kamin, in die Sauna, ins wunderbar gelebte Leben.
    Jürgen
    Und was ich da in den Kommentaren alles lese, was man lesen könnte, wenn man wieder einen Ofen vor sich hat zum vor lese

    Like

  3. Meine Ausgabe von „Und Nietzsche weinte“ ist vollkritzelt mit Anmerkungen, wie alle Yalom’s Bücher. Lieber Emil, ich wünsche dir viel Spaß mit dem Buch. Als ich vor Jahren Yalom entdeckte, verschlang ich alle seine Werke nahtlos hintereinander. Philosophie, Psychotherapie, Geschichte und kostenlose Eigentherapie für den Leser auf der Couch daheim wird spannend und leicht verdaulich geschildert. Für mich gehört „Und Nietzsche weinte“ zu den Meisterwerken, insbesondere die Dialoge zwischen Breuer und Nietzsche. Das Buch habe ich 3x gelesen, den Film mindesten 2x gesehen und – aber pssst … bitte nicht verraten – seitdem Klausbernd und ich an einem Artikel über Freud und Sherlock Holmes getüftelt haben (das wird der nächste Beitrag auf Klausbernds Blog http://www.kbvollmarblog.wordpress.com sein) steigt meine Hochachtung für Yaloms schriftstellerischer Begabung. Jetzt weiß ich, wie schwierig es ist, Dialoge zu kreieren. Ich war erstaunt, wie viel Technik und Wissen nötig sind, um solche fiktiven Gespräche zu konstruieren. Klausbernd als professioneller Autor zeigte mir, wie man Zitate in Dialogen verwertet, was Umberto Eco „Intertextualität“ nennt, die er in „Der Name der Rose“ geradezu zelebriert hat. Genau das findest du auch in „Und Nietzsche weinte“ (mir empfahl Klausbernd dazu Ecos Aufsatz „Borges und meine Angst vor dem Einfluss“ in: U. Eco „Die Bücher und das Paradies“ und Buchfee Siri holte mir gleich dieses dtv-Taschenbuch aus Masters Bibliothek).
    In diesem Aufsatz fand ich zufällig auch, was Irgendlink sicher spannend findet, da er uns erzählte, ihn interessieren Labyrinthe, dass nämlich Comenius 1623 ein Buch „Das Labyrinth der Welt“ veröffentlichte. Er vertritt die Idee, wie Klausbernd mir erklärte, dass jede Klassifizierung des Universums labyrinthisch werden muss – eine Idee, die sich auch bei Leibnitz, den französischen Enzyklopädisten und bis hin zu Borges und dem postmodernen Roman findet.
    Huch jetzt bin ich aber abgeschweift oder auch nicht, denn in all seinen Büchern versucht Yalom auf unterhaltsame Weise unser labyrinthisches Unbewusstes dem Leser näher zu bringen.

    Liebe Grüße Hanne und Klausbernd

    Like

  4. Oh, schon wieder ein Buch für meine Buchkaufliste. “Choral…” und “Kafka …” ruhen bereits neben meinem Bett. Ich lese nämlich vorzugsweise im Bett … solange, bis ich müde werde. Dann Licht aus und wegträumen ….

    Danke für Eure tollen Buchempfehlungen! Schön ist, dass unser Lesegeschmack in dieselbe Richtung geht. Ich habe nämlich schon diverse Bücher gekauft und sofort wieder verkauft …

    Herzliche und auch ein bisschen neidische Grüße – von Renate

    P.S.: Neidisch … wegen dem wunderschönen Häuschen … dort würde es mir auch gefallen. Vor dem Kamin rümlümmeln … und so weiter …😉

    Like

  5. Noch ein Versuch … mein Kommentar von gestern ist leider nicht erschienen.😦

    Danke für Eure Buchtipps! “Choral ….” und “Kafka …” habe ich bekommen und freue mich schon auf die Lektüre.

    Viele Grüße
    von Renate

    Like

    • Oh, liebe Renate ich ahne was passiert ist, es liegt wahrscheinlich am Spamfilter. Ich schaue gleich nach.
      Nieselregengrüsse aus Norfolk,
      Dina

      Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: