The dark side of Blue – Ocean

Dieser Beitrag in der Reihe dunkelblauen Bilder kommt vom Ocean, nee, nicht dem Meer, Frau Ocean, die wie Phoenix aus dem Meer emporstieg und seitdem ganz Meer-süchtig ist. Vielen Dank, Frauchen vom Lisa-Monsterchen!🙂

Auto in der Sonne. © Ocean

Denkmalabend © Ocean

Altes Zollhaus am  © Abend Ocean

Klausbernd schreibt dazu: Aus dem Dunkel des Blaus im Ringen mit dem Licht gehen die Farben hervor, errötend und sich gelb ärgernd. Doch alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis …

32 thoughts

  1. Schöne Aufnahmen, liebe Ocean.
    Ähnlich sieht es bei mir in Stockholm aus, wo hast du die Bilder gemacht?

    Liebe Grüße aus dem Norden
    Buchdame

    Lisa gefällt mir!🙂

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    • Liebe Buchdame, vielen herzlichen Dank🙂 und von Lisa mal ein kräftiges Schwanzwedeln!

      Das oberste Bild ist irgendwo in der Mojave-Wüste (Nevada oder Kalifornien) aufgenommen worden .. das zweite ist am Hafen von Niendorf an der Ostsee, und das letzte ist ein Gefallenendenkmal hier in Baden-Württemberg (Eichelberg).

      Liebe Grüße zu dir🙂

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  2. Ich habe die Stelle gefunden. Die Gummimanschette an der Antriebswelle links ist undicht, etwas Öl tropft auf den Vorschalldämpfer und verdampft. Deshalb also stinkt es in unserem Wagen seit vorgestern so unerträglich.

    Jetzt könnte ich wieder unter dem Wagen hervorkrabbeln, aber warum? Das Gras ist weich, ich liege gut, über mir die Sonne. Eigentlich recht gemütlich hier. So muss sich ein Hund in seiner Hundehütte fühlen. Wir haben keinen Hund. Meine Frau ist dagegen. Ich auch. Macht zu viel Dreck, und für den Dreck bin ich zuständig.

    Meine Frau ist noch im Bad, da kann ich mir Zeit lassen, der Frühstückstisch ist schon gedeckt, fehlt nur noch ihr Morgenkaffee, der gute Milchkaffee, den ich ihr immer zubereite. Zwei gehäufte Teelöffel Kaffee in die Kaffeemaschine, den Blue Mountain von W&S-Kaffee in Linsengericht, etwas besseres gibt es nicht, sagt meine Frau immer, als den Blue Mountain von der Wallenford Estate in Jamaika. Der ist nicht fair gehandelt, das verschweigen wir unseren Bekannten immer, aber unglaublich gut. Während der Kaffee durchläuft, stelle ich dann die Milchschaummaschine an, 0,2 Liter frische Milch mit 1,5% Fettgehalt reichen. Zwei Messerspitzen Zucker in die Tasse, die Tasse zu 2/3 mit dem Kaffee füllen, einen schöne Haube aus Milchschaum machen, darauf einige Schokoflocken – schon fertig.

    Jetzt wird sie wahrscheinlich schon den Kaffeegeruch vermissen. Das könnte nachher problematisch werden. Ihr Morgenkaffe ist wichtig. Ein Morgenkaffee, der genau ihren Vorstellungen entspricht, der zeigt ihr, dass sie als Frau und Persönlichkeit ernst genommen wird. Ein Symbolkaffee sozusagen. Und der wird ihr jetzt fehlen. Aber etwas Zeit habe ich noch, heute haben wir nichts Besonderes vor.

    Nachher wird sie zu ihrer Lieblings-Goldschmiedin fahren, das Design ihres neuen Armbandes verfeinern. Das finde ich gut, nicht nur, weil ich es ihr gönne, sondern auch, weil ich in ihrer Abwesenheit in Ruhe größere Arbeiten angehen kann, beispielsweise das Fensterputzen. Wenn ich allein bin, brauche ich nicht auf Zugluft zu achten, was aber noch wichtiger ist, dann kann ich den Fensterputz-Schaum benutzen, den ich im Keller versteckt habe, weil wir ihn eigentlich aus ökologischen Gründen ablehnen.

    Aber zuerst müsste ich das Frühstücksgeschirr spülen, mit der Hand natürlich. Unsere guten Gläser und das Silberbesteck in die Spülmaschine stecken? Welche Barbarei!
    Personal können wir uns nicht leisten, erzähle ich immer. Das stimmt zwar nicht, denn seitdem wir dieses Haus und das Depot bei Frick & Co in Balzers geerbt haben, ist genug Geld da. Aber schon bei der Vorstellung, dass fremde Menschen in unserem Haus herumputzen und wischen, kochen und backen, schon bei der Vorstellung graust es uns.

    Meine Frau braucht ja Ruhe. Sie muss den Kopf frei haben, das weiß jeder, der kreativ tätig ist. Sie ist Schriftstellerin, nicht ganz erfolglos. Voriges Jahr hat sie den 2. Preis beim Lyrikwettbewerb der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank gewonnen und jetzt steht ihr dritter Roman kurz vor der Fertigstellung. Die Geschichte einer Frau, die sich in der Männerwelt des Ölbusiness behauptet, sich um der Umwelt willen mit den Ölbossen anlegt und dabei Kopf und Kragen riskiert.

    Meine Aufgabe ist es, ihr den Rücken frei zu halten, damit sie sich ungestört dem Schreiben widmen kann. Seitdem wir geerbt haben, brauche ich ja nicht mehr ständig zu arbeiten. Ein paar Tage im Monat als Free-Lancer in der TV-Produktion, das reicht mir, die zahlen mir mehrere 100 Euro pro Tag. Ich bin im Sportbereich tätig, der einzige Spezialist für das Ringen, den sie haben. Die Kollegen interessieren sich nicht die Bohne für Ringen, ich habe – es fällt mir schwer, es zu gestehen – einen Hang zu solchen archaischen Wettkämpfen. Und was soll’s, die Zuschauer wollen es sehen und deshalb ist jemand wie ich, der sich in den Feinheiten des griechisch-römischen Stils auskennt, einfach unentbehrlich.

    Ich muss aufstehen. Es wird Zeit. Die Sonne ist zu hell geworden.

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    • Lieber Martin, das war wohl deine vorletzte Geschichte. Ich habe das gleiche Gefühl, wie wenn ich ein ganz tolles Buch lese und es geht zu Ende. Ich möchte den Schluss hinauszögern, warum kann es nicht ewig so weitergehen…

      Herzlichen Dank dir. Eigentlich wollte ich den Kaffeekonsum etwas reduzieren, jetzt zieht es mir in der Küche.🙂

      Du schreibst auf hohem Niveau, worum geht es in deinem letzten Buch, können wir einen kleinen Einblick bekommen?

      Einen schönen Tag
      und liebe Grüße
      Dina

      … keinen Hund??!
      Und das ausgrechnet bei Lisa, sorry Ocean, ich fasse es nicht!
      🙂

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    • 😉 Lisa möchte hier anmerken, dass sie aber doch gar nicht viel Dreck macht ..grins ..🙂 und überhaupt, Dreck sei doch immer relativ ..meint sie ..

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    • Lieber Martin🙂 immer wieder bin ich begeistert, zu was für tollen und hintergründigen Geschichten dich die Fotos inspirieren.

      Lächel …wenn ich so viel Geld hätte ..das Putzen und Kochen würd ich doch schon gern an jemanden abgeben🙂

      Hmm – so ein Kaffee wär jetzt fein. Mit ganz viel Milchschaum und Schokoflocken.

      Liebe Grüße an dich, Ocean

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    • Im Bad wollte sie sich entspannen, aber was bemerke ich als der allwissende Erzähler? Nix da! Sie überlegt mit steiler Mittelfalte über der Nasenwurzel, wie sie ihre viel zu junge Agentin dazu bringen kann, sich wirklich für ihren neuen Roman einzusetzen und sie endlich zu einem effektvollen Schluss zu inspirieren.
      “Prima ist mein Roman geworden”, murmelt sie vor sich hin, wobei sie ihre Fingernägel gotisch feilt und versonnen betrachtet, wie der feine weiße Staub in den Schaum des heißen Badewassers fällt. Weiße Pünktchen durchstoßen die Schaumberge, einige bleiben wie Schnee darauf liegen.
      Ja, dieses Ende, das liegt ihr im Magen. Sollte sie wirklich diese skurrile Hauptperson gar zur Öko-Ikone machen? Da gäbe es auch noch die bösere Variante, sie tut nur auf Öko um des Images Willen. Vielleicht sollte ich mir meinen Schatz als Modell ausgucken, er tut doch auch nur auf Öko und versteckt seine Chemie im Keller, als ob ich das wüsste. Wer schreibt, ist doch nicht blöd!
      “Ist das bei mir auch so? Bin ich zu solch einer Pseudo-Öko-Tussie geworden?”, fragt sie sich und vor Schreck fällt ihre diese dusselige Feile ins Wasser. Voll blöd, mit nasser Feile lässt sich schlecht feilen. Ach, vergiss die Feile, sagt sie sich, wobei ich als der allwissende Erzähler sogleich bemerke, dass ihr diese Feile eigentlich egal ist, sie überlegt sich vielmehr, wie nah sie denn die Hauptperson nach ihrem eigenen Leben gestalten sollte. Zu nah ist zu entlarvend. Sie hört schon jetzt die Interviewer hämisch fragen: “Ist das ihre Geschichte?” “Klar, ist das meine Geschichte, ich habe sie geschrieben, aber es ist nicht mein Leben.” Oder doch?
      Sie lässt heißes Wasser nachlaufen, bis es an ihren Füßen brennt. Wo bleibt denn der Kaffeeduft? Das wäre doch etwas, dieser Kaffee als rekurierendes Moment, als Moment, bei dem sich der Leser freut, dass er es wiedererkennt. Die kleinen Freuden beim Romanlesen, die sie ihren Lesern gönnen soll, wie sie in diesem Seminar für kreatives Schreiben gelernt hat.
      Ich sollte jetzt aus der Wanne steigen, sonst wird meine Haut wieder so schrumpelig.
      “Ach”, seufzt sie, da sie sich unbeachtet fühlt – sie weiß nichts von mir, dem Erzähler – “mein Schatz wird mir schon einige Ideen zum Frühstück servieren. Der hat es gut, er darf den Haushalt führen, während ich mich mit Plots, Handlungssträngen, Personencharakterisierungen und Spannungsbögen abmühen muss. Wie schön ist doch das meditative Abwaschen dagegen. Dabei gibt man nichts von sich preis, man stößt an keine Grenzen – vielleicht sollten wir die Rollen tauschen. Ich könnte ja eine böse Schreibhemmung anführen. Mir fällt auch gar nichts ein – ich will nur meinen Kaffee, jetzt!

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  3. Herrlich, wenn man sich selber in der verrückt witzigverdrehten Geschichte wiedererkennt. Ich habe viel und laut gelacht…

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  4. … und ich möcht danke sagen, dass ich an dem schönen Projekt teilnehmen durfte, liebe Dina! es war mir eine Ehre.

    Lieber Klausbernd, die Vergänglichkeit nur ein Gleichnis – das hat für mich etwas Tröstliches! Und ich bin ja ein “Farbenmensch” – darum mag ich auch das Frühjahr und den Sommer am liebsten – ich freue mich, wenn die Farben aus dem Dunkel kommen. Auch wenn dieser Prozess bestimmt nicht immer einfach ist. Aber sobald die Farben eine eigene Existenz erlangt haben, unabhängig von Licht und Dunkel – also wenn sie im Auge und im Herz des Betrachters “angekommen” sind, brauchen sie sich nicht länger zu ärgern🙂

    Liebe Grüße zu Euch allen,
    Ocean

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  5. Pingback: Milchschaum | Rumgekritzelt

  6. Schöne Fotos und wieder eine sehr vergnügliche Geschichte!

    Großes Lob an Ocean und Martin und liebe Grüße an Dina

    hilsen Per Magnus

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  7. Lauter Profis !! Ein Amateur wagt sich nun, Euch folgende Geschichte zu erzählen:
    Urlaub- dösend liege ich auf dem Sofa,als Sonnenstrahlen mich “wachküssen”.Nichts wie raus, an den Strand.Fröhlich pfeifend stapfe ich über den Sand- immer hart am Wellensaum entlang.Entspannung pur, die Gedanken fließen lassen.
    Nanu, ein PKW- hier? Typisch Städter,fahren noch am Liebsten ins Meer, bloß sich nicht zu viel bewegen und würzige Luft einatmen.
    Hier stimmt was nicht- Fahrertür offen. Ich schau rein: der Schlüssel steckt. Diese roten Punkte- etwa Blut? Nun wird der Strand inspiziert – Fußspuren,vom Wagen wegführend. Mindestens 3 Personen; erkennbar an den unterschiedlichen Profilen. Nichts wie hinterher- Blick starr auf den Boden gerichtet. Da, eine demolierte Sonnenbrille- Gerangel!?. Weiter geht`s, da sehe ich 2 Schornsteine , war hier mal eine Fischfabrik?.Qualm steigt auf. Vorsichtiges anschleichen- fröhliches Gegrölle dringt an meine gespitzten Ohren.Es riecht nach Holzkohle. Die werden doch nicht etwa???Was für rohe Kerle. Nichts wie weg- Polizei benachrichtigen.Panisch hetze ich Richtung Dorf.Das auch noch; schwarze Gewitterwolken ziehen heran. In Min. schnelle Pechschwarz, die Str. beleuchtung schaltet sich an.Bald geschafft, ich erkenne unsere Unterkunft. Jedes Fenster hell erleuchtet. Eine weiß gekleidete Peron huscht hin und her.Oh, mein Gott, Spurensicherung! Massenmord im idyllischen Feriendorf!!.Ich erstarre.
    Die Tür geht auf, eine mir bekannte Stimme, im weißen Bademantel gehüllt,ruft: “Willst Du Wurzeln schlagen?”.Eh ich zu Worte komme, werde ich zugetextet: Hast Du Erik und seine Clique gesehen? Sie wollen ein zünftiges Strandpicknick zelebrieren. Proviant, für Tage dabei, so daß der Wagen als Transporter herhielt.Erik, der Ungeschickte,schnitt sich bei der Sandwichzubereitung in die Hand.
    Grinsend stehe ich Ihr gegenüber, innerlich den Kopf schüttelnd, Ja,Ja, ich und meine Fantasie.

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    • Welch eine nette Überraschung!🙂

      Ich habe mich sehr gefreut über Deine Geschichte, toll gemacht. Es ist wunderbar, wenn Bilder und Geschichten andere auf diese Art und Weise inspirieren, wir hoffen auf mehr.

      Vielen herzlichen Dank und ein schönes Wochenende,

      Dina

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  8. Toll, liebes Tantchen, ja, ja, du kannst deine Krimi-Lust nicht verbergen, vielleicht sollte ich dich fürderhin “Miss Marple” nennen😉 Ich finde es belebend, dass du ein weiteres Stilelement hier bringst, nämlich das Krimihafte. – Und das nur nebenbei, wer sich fürs Schreiben von krimihafter Literatur interessiert, der sollte mal von Patricia Highsmith “How to Write Suspense” (heißt auch in deutscher Übersetzung so) lesen.
    Also Miss Marple😉 es wäre schön, mehr Krimihaftes von Ihnen zu lesen! Bitte! Und nix falsche Bescheidenheit, die Geschichte besitzt doch einen Charme, eben den Charme, den nur ein Amateur hinbekommt.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Cley, wo meine Gäste hinter mir stehen und von einem Bein auf andere hüpfend rufen: “Wir wollen los!” Also ab geht`s die Küste entlang, durch die Marschen und Vogelschutzgebiete, vorbei an kilometerbreiten Sandstränden zur Königin.
    Bis dann
    Klausbernd🙂

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    • Danke! Dein Wunsch, liebe Dina, hat gewirkt. Wir erlebten Sandringham im Sonnenschein, ergingen uns lustwandelnd in dem königlichen Park und Garten und aßen leckere Muffins. Ich wundere mich immer wieder, wie schön unsere Königin als junge Frau war. Solche Königinbilder gibt`s dort zu kaufen und nun hängt sie in meiner Küche neben einer Schlampe, die Fotografie der Skulptur von Duane Hanson “Die Hausfrau”.
      Ganz liebe Grüße an dich und die beiden Buchfeen Siri & Selma
      Klausbernd

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    • Das stimmt, das dachte ich auch, als ich letzten Monat in Sandringham die alten Aufnahmen betrachtete.
      Ein Foto vom letzten Jahr fand ich besonders anmutig.. The Queen und Prinz Philip im Edellandlook auf Sandringham. Tolles Setting. Wie aus dem Barbourkatalog.
      Der Garten ist wirklich schön, besonders um den See herum war alles Grün in Grün in Grün. Green as green can be. fein, dass das Wetter mitgemacht hat!

      Liebe Grüße
      Dina
      Feenhauch von den Siri und Selma, die suchen gerade den Drachen.🙂
      ####

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  9. da ich noch im Landeanflug bin, diesmal nur ein Kompliment für die wunderbaren Fotos an Ocean, mir gefällt der Denkmalabend besonders und wie man sich gelb ärgert weiß ich leider noch nicht, diese Erfahrung ging bislang an mir vorbei😉

    schön wieder bei und mit euch zu sein
    herzliche Grüße mit kalten Füßen von Frau Blau

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