Szintillas Spiegelungen von Klausbernd Vollmar

Endlich hatte sich das Wetter gebessert, worauf alle sehnsüchtigst gewartet hatten.
“Einen Ausflug zu dem Schlossgarten, bitte, bitte!”, quängelten die beiden Mädchen, zerrten an meiner Jacke, wozu Pertronella, meine Frau, bestätigend nickte.
So bestiegen wir eine Stunde später beladen mit Picknick unsere Räder.
Die Strecke war zum Glück nicht lang, bergauf ging es auch nicht, und das Wetter schien uns zu lieben.
Eine halben Stunde Friedens wurde von einem herzzerreißende Laut jäh beendet. Ein Laut, der sofortige Aufmerksamkeit verlangte, kein Schmerzenslaut, aber auch keiner der Freude, ein Laut mädchenhaften Leidens: “Wir können nicht mehr” mit perfekt gestimmtem Jammerton, der Petronella und mich sogleich halbbesorgt, halb belustigt anhalten ließ.
Der Ort war schön, perfekt. Petronella sah ein Mandala in ihm, ich zwei wohlkonstruierte Brücken. Aber sehen Sie doch selbst, wir haben Ihnen dieses Foto mitgebracht.

© Szintilla

Rechts oben am Wald hinter Brücke haben wir unsere Decke aufgeschlagen, die beiden Kinder stritten sich jedoch, ob es nicht links oder recht unten gewesen sei, Petronella meinte gar, es links oben gewesen.
Katy, die Jüngste löste das Problem: “Wir haben überall Picknick gemacht. Ihr ward zu doof, das zu merken.”
Sie sprach auch von einem See, an den ich mich gar nicht mehr erinnern kann.
“Da gab`s doch diese komisch schwimmenden Enten, nee, Schwäne, ach, ich weiß nicht … Na die, die so Muster wie auf unserer Decke schwammen! Die wollten doch zueinander, das waren so zwei Prinzessinnen und Prinzen, das habe ich genau gesehen! Und ein Gefolge hatten die dabei, ja, jeder drei, glaube ich, die waren alle verzaubert.”

©  Szintilla

“Mein Schatz, das muss ein Traum gewesen sein”, meinte Petronella, die sich auch an nichts dergleichen erinnern konnte.
“Ich weiß das ganz, ganz genau! Das können nur bestimmte Leute sehen.”

Copyright alle Bilder: Szintilla
Copyright Text: Klausbernd Vollmar

33 thoughts

    • Sorry, dear Phil, the credit goes to Szintilla, she made them. And my Master wrote the story to go with it.🙂
      I love your wildlifephotos, the’re really great!

      Grretings from a real Rhine Maiden Bookfayrie,
      yours sincerely
      Siri Bookfayriefey of Cley

      Are you impressed now?🙂

      Like

    • Oh, dear Phil,
      the Rhine Maiden Bookfayries love you for finding them intriguing, they are jumping up and down with joy🙂
      Have a great week and thanx for commenting🙂
      Klausbernd

      Like

  1. Was hab ich geschmunzelt, als ich den Text las. Ja, er passt zu den Spiegelungen (und zu mir). Die komischen Enten oder Schwäne sind übrigens Kanadagänse.🙂

    Vielen lieben Dank an euch zwei für den schönen Text und das Zeigen meiner Bilder hier.

    Ganz liebe Grüße, Szintilla

    Like

    • Auch dir herzlichen Dank für das Zeigen deiner fantastischen Bilder. Den Text zu schreiben hat bei dieser Inspiration mir viel Spaß bereitet.
      Ganz liebe Grüße
      Klausbernd aus dem Gartenhäuschen

      Like

    • Liebe Szintilla, lieber Klausbernd,
      ein ganz großes herzliches Dankeschön an Euch beiden für diesen unterhaltsamen Ausflug in den Schlossgarten. Die Photos und den Text sind perfekt auf einander abgestimmt, nicht nur ich empfinde es so, das ist wirklich tolles Beispiel für die Wechselwirkung Bild und Text. .
      Hab einen schönen Sonntag!

      Liebe Grüße und tusen takk
      Dina

      “Um ruhig zu sein, muss der Mensch nicht denken, er muss nur träumen.”
      Johann Jacob Engel.

      Like

    • Meine hobbyartige Beschäftigung mit geometrischen Formen und mit Mathematik tut mir immer wieder sehr gut. Die Klarheit in einer bisweilen als chaotisch empfundenen Welt. Wir sagen in Englisch: “sorting yourself out” – das heißt ja nichts anderes, als seine Form zu finden, ähnlich wie der schwedische Ausdruck “de maste vi ordna” – es ist die klare Ordnung, die heilt, wenn man sie in sich selbst und seiner Umwelt erkennt. Das empfinde ich so.
      Liebe Grüße euch allen aus dem Gartenhaus
      Klausbernd

      Like

  2. Ich liebe Mandalas, habe ein paar Jahre mit Menschen mit körperlicher und/ oder geistiger und /oder psychischer Behinderung Mandalas gemalt. Das war eine ganz ganz schöne Zeit!
    Zu den tollen Bildern von Szintilla passt diese Beschreibung sehr schön!!
    Ja und eine Geschichte, direkt aus dem Leben gegriffen.. rechts, nein links oder doch oben , nein unten…😉 Die Sache mit der Wahrnehmung, nicht wahr?!

    ..grüßt Monika

    Like

    • Was ich spannend finde: die Verbindung zwischen Bewusstsein, Wahrnehmung und künstlerischen Ausdruck.
      Noch `nen feinen Abend wünscht Klausbernd, der gerade im Havelland bei Herrn Ribecks Birnbaum weilt.

      Like

    • Die Erfahrung mit Mandalas malen habe ich auch gemacht. In der Klinik habe ich eine Reihe Vorlagen gespeichert, gelegentlich sind die heute noch gefragt. Jedoch nicht so wie vor 10-15 Jahren als die von der Seelsorge eingeführt wurden. Heute geht alles rasend schnell, leider.

      Liebe Sonntagsgrüße
      Dina

      Like

    • Ja, die große Zeit der Mandalas ist vorbei. Ich wohnte zu der Zeit noch in Ostwestfalen, da nannte man es “esoterisches Zeugs!” In Süddeutschland hatte man schon wieder aufgehört mit den Urbildern. Zeitweise wurde es zuviel eingesetzt.
      Dieser Bezug zur Persönlichkeit und dem Innenleben, der faszinierte mich sehr. Dazu kam die Wandlung, die die Bilder machten, wenn Kursteilnehmer längere Zeit bei mir waren.
      Spannend auch die Verbindung mit Fantasiereisen, die ich zuerst vorlas und anschließend wurde gemalt. Es gab immer wieder Rückmeldungen von Betreuern, dass die Kursteilnehmer in einer guten Stimmung zurückkehrten. Rundum war es eine sehr schöne Erfahrung.
      In der Praxis habe ich gemalte Mandalas in 50x50cm aufgehängt, sie gehören noch immer zu mir..
      ..grüßt dich Monika

      Like

    • Bei mir sind Fantasiereisen und das Mandalamalen immer noch ein fester Bestandteil meiner Praxisarbeit. Die Wirkung von beidem ist nicht zu unterschätzen, besonders wenn es um das Gegensteuern zur täglichen “Raserei” geht.
      Das Zitat von Johann Jacob Engel gefällt mir besonders gut.

      Liebe Grüße in den Sonntagabend, Szintilla

      Like

    • Thank you very much🙂
      Probably we are children still like playing😉
      Wishing you a great week and thank you for your comment
      Klausbernd

      Like

  3. En underbar sagolik fortelling och mycket vackra bilder!
    Vielen Dank, liebe Szintilla, lieber Klausbernd og en helt spesiell tusen takk til Dina.🙂
    Ha det!
    Buchdame

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: