World Heritage – Unesco Welterbe in Norwegen

“Norwegen – Als ich zum ersten Mal diese Landschaft sah, hatte ich das Gefühl, hier hat Gott selbst Hand angelegt.”
– Horst Tappert

Norwegen ist von Natur so schön, so mächtig, wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Dina hat uns gerade einen heißen Tipp gegeben, dürfen wir, Siri und Selma, Euch die Unesco Welterbestätten in Norwegen zeigen. Mehr als die Kulturschätze haben es uns die von der Natur geschaffenen Sehenswürdigkeiten angetan. Auf der Liste über das Welterbe ist Fjordnorwegen gleich dreimal vertreten, das einzige Naturgebiet auf der Liste. 2004 kürte das National Geographic Magazine die norwegischen Fjorde zum weltbesten unberührten Reiseziel. “Ach ja, wenn das alles nur affjordable wäre”, seufzt der Master, genüsslich seiner “Feiertagszeitschrift” studierend, “dann würden wir viel, viel öfter bis ganz oft hinfahren!”

Fangen wir an, ganz, ganz  hoch oben in den Norden, nördlich vom Polarzirkel.


Der Struve-Bogen

Der Struve-Bogen ist eine Kette geodätischer Messstationen, die sich über 2.820 km von Hammerfest in Norwegen bis Ismail am Schwarzen Meer erstreckt. Hierbei werden zehn Länder durchquert. Der Name des Bogens geht zurück auf den Astronomen Friedrich Georg Wilhelm von Struve. Er führte von 1816 bis 1855 Meridianmessungen durch, um die exakte Größe und Form der Erde zu bestimmen.

Repräsentiert durch 34 seiner ursprünglichen Messpunkte, die durch Eisenkreuze, Steinkegel und Obelisken gekennzeichnet wurden, stellt der Bogen das erste „wissenschaftliche Instrument“ in der UNESCO-Liste dar.

Der Struve-Meredian in Hammerfest

Die Felszeichnungen von Alta
Auf den von der Eiszeit glattgeschliffenen Felsen an einem Seitenarm des Altafjordes in Finnmark, dem einstigen Marktplatz der Samen, befinden sich weit mehr als 5 000 Felszeichnungen. Diese sogenannten “Helleristninger” sind zwischen
6 000 bis 2 500 Jahre alt und stammen aus der Jüngeren Steinzeit bis ungefähr zur Bronzezeit. Die Felsenzeichnungen schildern konkrete Situationen und haben zugleich eine symbolische Bedeutung, aber warum die Menschen damals mit so viel Mühe diese Bilder in das harte Gestein geritzt haben, weiß keiner so genau. Waren es vielleicht Jagdzauber oder hatten sie eine andere religiöse Bedeutung zur Anrufung von Naturgöttern, was meint Ihr denn? 1985 wurden sie wegen ihrer imposanten Vielfalt und guten Erhaltung zum Weltkulturerbe erklärt.
Psssst … viele solche Felsenzeichnungen gibt es auch in Dinas Heimatstadt Fredrikstad, (Oldtidsveien, Der Urweg) – Geheimtipp von uns an dieser Stelle.

Der Vega-Archipel
Weiter geht es nach Nordland. Die Region Nordland ist vielen  durch die Lofoten, Dinas Favorit in den hohen Norden, bekannt. National Geographic Traveler, Masters bereits erwähnte “Feiertagszeitschrift”, zählt übrigens die Lofoten zu den “besten Inseln” weltweit, aber das nur nebenbei, jetzt geht es um eine andere Perle. Knapp südlich des Polarkreises liegt der Vega-Archipel.
Das Inselreich Vega  umfasst 6.000 Inseln, Holme und Schären. Atemberaubend schön, meint Dina.
Ja, wir verstehen das gut, wenn Ihr meint, die Superlativen hören gar nicht auf, aber wir tragen nicht zu dick auf, wirklich nicht. Im Juni 2009 hat die britische Tageszeitung The Guardian die Vega-Inseln auf ihrer Liste der „20 unentdeckten Insel-Perlen“ gesetzt. Der Vega Archipel ist ein Traumziel für Ornithologen. Oberhaupt der Vogelwelt auf Vega sind die Eiderenten, deren Daunen hier auch heute noch gesammelt werden. Die für die Eiderenten gebauten Nesthäuschen findet man dort überall, ebenso Fischerdörfer, Leuchttürme und vor allem dramatische Landschaften.

Vega, die Hauptinsel

Vegaøyene

Vegaøyene

Røros
Weltkulturerbe und Norwegens einzige Bergbaustadt.

Die Kirche in Røros ( 1784)

Røros liegt im bergigen Osten und ist ein echtes Juwel der norwegischen Kulturgeschichte. Es gehört zu den wenigen Bergbaustädten auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes überhaupt. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde hier Kupfererz abgebaut, was das Aussehen der Stadt geprägt hat. Die noch großteils erhaltene alte Bausubstanz hat Røros eine Eintragung auf der World Heritage List der Unesco eingebracht. Das Stadtzentrum Bergstaden besticht mit seinem ungewöhnlich großen und gut erhaltenen Holzhausviertel, das weltweit einzigartig ist.

Der Geirangerfjord
Für uns gibt es keine Region in der Welt mit schöneren Fjorden als das einzigartige Fjordnorwegen. Von Süden bis Norden wird Fjordnorwegen von unzähligen großen und kleinen Meeresarmen durchzogen, die von abwechslungsreichen Landschaften umgeben sind. Im Sommer 2005 wurden der Geirangerfjord und der Nærøyfjord in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Schon Anfang des 19 . Jahrhunderts lockten die Fjorde Menschen aus aller Welt nach Norwegen.

Diese Welterbestätte umfasst zwei separate Gebiete: die Region Geirangerfjord und die Region Nærøyfjord. Insgesamt bilden sie eine Fläche von 1.227 Quadratkilometern – 107 Quadratkilometer davon sind von Wasser bedeckt.

Geirangerfjorden

Wollt Ihr mal sehen ,wie wir, Siri und Selma, den Geirangerfjord erleben, wenn wir unsere Runden drehe? Dann bitte schön anschnallen und  “Selmas Rundflug über den Geirangerfjord” anklicken. Na, was sagt Ihr jetzt? Habt Ihr alles mitbekommen? Auch die Trollwand, den Trollstigen und unsere Trollfreunde?

Die Stabkirche von Urnes.
Erbaut um 1120-1150, ist sie die älteste Holzkirche Norwegens. Urnes ist die besterhaltene der 28 Stabkirchen. Sie steht auf einer abgelegenen Halbinsel im ebenso dramatischen wie idyllischen Lusterfjord. Im Laufe von nur hundert Jahren wurden 2000 dieser Stabkirchen gebaut!
Das reich geschnitzte Nordportal ist Teil einer noch älteren Kirche und berühmt für seine Ornamentik aus bandähnlichen Einfassungen und langen, schlanken Tierformen. Diese Verzierungen wurden als Stil von Urnes bekannt und reichen zurück in die Periode von 1050-1100.

Die Säulen oder ‚Stäbe’ im Kircheninneren weisen würfelförmige Kapitelle auf mit realen Motiven wie Elch oder Taube, aber auch mythologische Figuren wie Zentauren oder Drachen. Baustil und Materialeinsatz lassen auf fachkundige Handwerker schließen, die ihre Traditionen von den Wikingern geerbt hatten.
Aufnahme in die Welterbeliste: 1979

Der Nærøyfjord und der Aurlandsfjord

Diese beiden Seitenarme des Sognefjords sind besonders dramatisch. Der Nærøyfjord ist der schmalste Fjord der Welt und der spektakulärste Nebenarm des mächtigen Sognefjordes – an einer Stelle ist er nur 250 Meter breit. Die Bergwände, die sich an den Fjordufern bis weit über tausend Meter über die stille Wasseroberfläche erheben, verstärken den Eindruck.

Nærøyfjorden

Beide Fjorde liegen im südlichen Teil des Bezirks Sogn og Fjordane. Aufgepasst, jetzt kommt wieder eine Auszeichnung, wir werden es flüstern, sonst werden die Schweden richtig sauer. Ja, die Schweden finden den norwegischen Nationalstolz bisweilen unerträglich. und meinen die Norweger machen viel zu viel Aufsehen um die paar Fjorde, Berge und ihren Nationalfeiertag und so. Also, National Geographic hat die norwegischen Fjorde Geirangerfjord und Nærøyfjord zu den am besten verwalteten Weltnaturerbegebieten in der Welt gekürt. Puuuh, war das ein langer Titel!

Masters “Feiertagsmagazin” hat die meistbesuchten Weltnaturerbestätten danach ausgewählt, wie gut sie sich um die besonderen Merkmale kümmern, die sie für den UNESCO-Status qualifizieren. Im Wettbewerb mit der Chinesischen Mauer, den Pyramiden in Ägypten, den Victoriafällen in Sambia und den Galapagosinseln sind der Geirangerfjord und der Nærøyfjord Spitzenreiter der Weltkulturerbegebiete.

Aurland, Flåm und Gudvangen sind kleine, aber bekannte Orte am Ufer der beiden Fjorde.

Bryggen – der Kai der Hanse in Bergen
Die Fassaden von Bryggen wecken Ihre Aufmerksamkeit – egal, ob die Häuser in der Abendsonne glühen oder von den Regentropfen glitzern. (Ja, in Bergen regnet es viel, diese Stadt hat die meisten Regentage und vermarktet sogar den Niederschlag, es gibt kleine Fläschen mit Regenwasser zu kaufen🙂 )

Die alte Kaianlage in Bergen zeugt von der Wichtigkeit der Stadt im Zeitalter der Hanse vom 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.
Viele Feuer, das letzte 1955, haben die charakteristischen Holzhäuser Bryggens verwüstet. Beim Wiederaufbau hielt man sich an alten Mustern und Methoden. Das Resultat ist ein Überrest mittelalterlicher, hölzerner Stadtbebauung – einzigartig in Nordeuropa. Die ältesten Gebäude stammen aus dem Jahre 1702, doch die Bautraditionen sind noch etwa 900 Jahre älter und gehen auf eine Zeit lange vor der Hanse zurück, die hier ihr Hauptkontor für den Export von Trockenfisch hatte. Heute sind noch etwa 62 Gebäude des früheren Stadtbildes erhalten.
Aufnahme in die Welterbeliste: 1979

Das war’s! Puuuuuuuh. Keine Superlative übrig.

Feenhauch von Siri und Selma,
liebe Grüße von Dina und Master

One thought

  1. Pingback: Irgendlink i Norge | The World according to Dina

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